Roman Gromov — Softwareingenieur und Architekt von C++-Websystemen
Engineering als Lebensaufgabe
Ich bin Softwareingenieur und Architekt von Websoftware in C++. Seit 2008 arbeite ich professionell mit der Sprache, doch mein Interesse begann bereits in der Schule. C++ passte besser als jedes andere Werkzeug zu meiner Denkweise: komplex, streng, disziplinierend und zugleich geeignet für flexible polymorphe Architekturen. Mich interessierte nie nur funktionierender Code, sondern Systeme, in denen jede Komponente eine klare Verantwortung hat, Verträge ausdrücklich definiert sind und das Verhalten während der Weiterentwicklung vorhersehbar bleibt.
Von ElDorado IIMS zu Sapphire I.C.D.S.
2008 entstand meine erste große C++-Entwicklung, ElDorado IIMS — ein System zur Verwaltung von Websites und Inhalten mit nativem Serverkern. Es wurde zu einer langjährigen Ingenieurschule. Über die Jahre testete ich viele Ansätze, machte Fehler, fand tragfähige Konzepte und lernte, welche Architekturentscheidungen einer langfristigen Entwicklung tatsächlich standhalten.
Die Kompatibilität zwischen unterschiedlichen Serverumgebungen spielte dabei eine zentrale Rolle. Das System sollte weder von einem einzigen Infrastrukturanbieter noch von einer engen Laufzeitumgebung abhängig sein. Bereits in der ElDorado-Generation entstanden Lösungen, die einheitliches Verhalten auf verschiedenen Serverkonfigurationen ermöglichten und Geschäftslogik von Bereitstellungsdetails trennten.
Anfang 2025 führte die seit 2008 gesammelte Erfahrung zu einer klaren Schlussfolgerung: Das alte System sollte nicht endlos repariert, sondern vollständig neu gedacht werden. So entstand Sapphire I.C.D.S. Der grundlegende Entwicklungszyklus ist abgeschlossen; heute konzentriere ich mich auf aktive Weiterentwicklung, Verbesserung und Ausbau. Sapphire vereint die gesamte über Jahre entstandene technische und architektonische Schule auf einem Niveau an Modularität und Geschlossenheit, das in den frühen ElDorado-Jahren kaum vorstellbar war.
Urheberschaft und die Rolle von Sapphire Project
Ich bin Gründer und Geschäftsführer von Sapphire Project Sp. z o.o. Aufgrund strategischer, technischer und rechtlicher Entscheidungen bleiben der Kern von Sapphire I.C.D.S. und die Herstellermodule unter meiner alleinigen Urheberschaft und Kontrolle. Das Unternehmen tritt als offizieller Vertrieb auf und übernimmt Verkauf, Verträge und Kundenbetreuung, während die geistige und architektonische Verantwortung beim Autor bleibt.
Das ist keine Formalität. Dieses Modell bewahrt eine einheitliche technische Linie, klare Verantwortung und schützt die Architektur vor kurzfristigen Unternehmenskompromissen.
Technologie ausschließlich für zivile Zwecke
Aus meinen Grundsätzen und persönlichen Überzeugungen heraus arbeiten weder ich noch Sapphire Project mit militärischen oder verteidigungsnahen Strukturen oder mit staatlichen Einrichtungen zusammen. Sapphire I.C.D.S. ist ausschließlich für zivile Zwecke bestimmt.
Ich bin überzeugt, dass die besten technischen Leistungen Menschen helfen sollen: beim Schaffen, Organisieren, Lernen, Arbeiten und Entwickeln unabhängiger Projekte. Technologie darf nicht zur Waffe, zum Druckmittel oder zum Instrument des Machtmissbrauchs werden.
Geschlossener Kern und Freiheit zur Erweiterung
Ich lehne die Kultur allgegenwärtiger Analytik, verdeckter Überwachung und die Behandlung von Menschen als Datenvermögen ab. Ebenso widerspreche ich einem Modell, in dem Kunden nur Zugang zu ihren eigenen Prozessen mieten, von einer dauerhaften SaaS-Verbindung abhängen, pro Mitarbeiter zahlen und zugleich Telemetrie an den Anbieter liefern.
Gleichzeitig halte ich es nicht für sinnvoll, das Ergebnis langjähriger Ingenieursarbeit als Open Source zu verschenken. Der Kern von Sapphire I.C.D.S. war, ist und bleibt geschlossen. Nutzer, Unternehmen und unabhängige Entwickler erhalten jedoch ein vollständiges SDK und stabile Schnittstellen für eigene Module, Integrationen und Erweiterungen.
Ich glaube an ein gesundes Gleichgewicht: Kundendaten gehören dem Kunden, geistiges Eigentum des Autors dem Autor. Ich habe keinen Grund, Telemetrie zu sammeln, die Nutzung zu überwachen oder die Infrastruktur des Kunden zur zusätzlichen Einnahmequelle zu machen. Software kostet Geld, weil Wissen, Zeit und Verantwortung darin stecken. Verkauft werden soll jedoch die Software selbst — nicht Kundendaten, Mitarbeiterzahlen oder das Recht, eine eigene Infrastruktur zu besitzen.
Warum ich weitermache
Ich arbeite in diesem Bereich, weil ich Engineering wirklich liebe. Entwicklung ist für mich weder ein vorübergehender Beruf noch ein Wettlauf um Trends, sondern eine Denkweise und eine Form des Schaffens. Ich glaube nicht an Utopien und behaupte nicht, dass ein einzelnes System die ganze Welt verändern kann. Aber ich glaube, dass gute Technologie, ehrliche Architektur und ein vernünftiges Verhältnis zwischen Autor, Kunde und Daten sie zumindest ein wenig besser machen können.